Mikroinvasive Glaukomchirurgie (MIGS) mit Stents und Mikroimplantaten

Im Rahmen unserer individualisierten Glaukombehandlung stellen sogenannte mikroinvasive Operationen unter Verwendung von Mikroimplantaten inzwischen eine sehr wichtige Säule dar. Winzige Implantate wie iStent oder XEN können schnell und nahtfrei eingesetzt werden und haben dabei einen ähnlichen Effekt wie herkömmliche Operationen des grünen Stars. Der größte Vorteil eines solchen mikroinvasiven Eingriffs, kurz MIGS genannt, ist eine kürzere Heilungszeit mit weniger Beschwerden. Augenarzt und Operateur Dr. Karsten Klabe gehört zu den Pionieren, die mikroinvasive bzw. minimalinvasive Operationen des grünen Stars (Glaukoms) heute routinemäßig bei 80 Prozent der Patienten anwenden.

„Dank mikroinvasiver Glaukomchirurgie können wir früher und konsequenter operieren, um die Sehkraft unserer Patientinnen und Patienten zu schützen.“

Dr. Karsten Klabe
Der iStent inject W

Der iStent inject W ist eines der kleinsten medizinischen Implantate beim Menschen.

Schonende Glaukom OPs mit Stents und Mikroimplantaten

Mikroimplantate und Stents dienen in der Glaukomchirurgie dazu den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern, um den Augeninnendruck zu senken und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Sie werden in einer schonenden Operation mit Kleinstschnitten (Mikroinzisionen) eingebracht, wodurch die Heilungszeit deutlich kürzer und beschwerdeärmer verläuft als nach herkömmlichen Glaukomoperationen. Nach der Implantation benötigen Patientinnen und Patienten in aller Regel keine oder deutlich weniger Augentropfen.

Da es verschiedene Glaukomformen und -verläufe gibt, setzen Mikroimplantate bzw. Stents an verschiedenen Stellen des Abflussystems des Auges an:

  • Trabekuläre Microstents setzen am Schlemm'schen Kanal an und verbessern den trabekulären Abfluss. Beispiele: iStent und iStent inject W
  • Filtrierende Gel-Stents verbessern den Abfluss unterhalb der Bindehaut (subkonjunktival). Beispiele: MicroShunt oder XEN-Implantat
  • Suprachoroidale Stents verbessern den natürlichen Abflussweg aus der Vorderkammer in den suprachoroidalen Raum und haben wahrscheinlich ein höheres drucksenkendes Potenzial. Beispiel: der neue MINIject Microstent

„Mikroinvasive Eingriffe lassen sich gut mit einer Kataraktoperation kombinieren, sie werden heute aber auch als 'Stand-alone-Behandlung' durchgeführt.“

Dr. Karsten Klabe

Ihr Spezialist für mikroinvasive Glaukombehandlungen

Portraitfoto von Dr. Karsten Klabe

Dr. Karsten Klabe

Augenarzt, Augenchirurg und leitender Operateur

Dr. Karsten Klabe ist auf die schonende chirurgische Behandlung des grünen Stars (Glaukom) spezialisiert. Sein Therapiespektrum umfasst die Lasertherapie (SLT), Mikroimplantate sowie chirurgische Verfahren wie die Canaloplasty, von denen er Ihnen – basierend auf Ihrem individuellen Befund – das für Sie passende Verfahren vorschlägt.

Vom iStent zum iStent inject W

Dieses Video wird erst angezeigt, wenn Sie Drittanbieter-Cookies, z.B. für YouTube, erlauben. Mehr darüber in unseren Datenschutzhinweisen.

Die dritte Generation des iStent, der iStent Inject W (Glaukos), misst 360 μm im Durchmesser und in der Länge. Die winzigen Implantate werden nahtfrei von innen über selbstabdichtende Mikroinzisionen in den Abflusskanal (Schlemm'scher Kanal) eingesetzt. Mithilfe der iStents kann das Kammerwasser wieder besser abfließen und der Augeninnendruck wird gesenkt. Da keine Bindehautwunde nötig ist, hinterlässt der Eingriff kein Fremdkörpergefühl und ist auch gut mit der Operation des grauen Stars kombinierbar.

Seit der Einführung des iStent im Injektor 2012 wurden weltweit mehr als 500.000 dieser Mikro-Bypass-Stents implantiert. Wir setzen den iStent inject seit 2015 ein und blicken auf etwa 200 Implantationen zurück. Eine 2019 durchgeführte Meta-Analyse mit Daten von 675 Patienten und einer Nach­beobach­tungsdauer von bis zu fünf Jahren sowie weitere Langzeitstudien zeigen, dass die iStent- oder iStent-inject-Implantation mit einer nachhaltigen Senkung des Augeninnendrucks (IOD) und der Medikamentenbelastung verbunden ist.

Der Hydrus Microstent

Der Hydrus Microstent (IVANTIS, ein Alcon Unternehmen) wird so in den Schlemm'schen Kanal eingebracht, dass er diesen erweitert und stützt. Dadurch wird der Kanal als natürlicher Abfluss wieder hergestellt. Der Schlemm'sche Kanal verläuft wie ein Kreis rund um die Iris. Davon deckt der Hydrus Microstent ca. 90° ab und kann dadurch den Augeninnendruck zuverlässig reduzieren. Der Hydrus Microstent ist 8 mm lang, hochflexibel und besteht aus biokompatiblen Nitinol, das auch für kardiovaskuläre Stents verwendet wird.

Die 24-monatige multizentrische, randomisierte, kontrollierte 'Horizon-Studie' verglich die Wirkung einer Implantation des Hydrus Microstents in Verbindung mit einer Kataraktoperation mit der einer alleinigen Kataraktoperation. Sie konnte zeigen, dass 77,3 Prozent der Patienten mit leichtem bis mittelschwerem primärem Offenwinkelglaukom, die einen Schlemm-Kanal-Mikrostent in Kombination mit einer Kataraktoperation (Phaco) erhielten, der Augeninnendruck 24 Monate nach der Operation um rund 20 Prozent gesenkt war und sie deshalb ohne Medikamente auskamen. In der Patientengruppe, in der nur eine Kataraktoperation durchgeführt wurde, waren das 57,8 Prozent. Die Senkung des Augeninnendrucks durch den Hydrus-Stent zusätzlich zur Kataraktoperation betrug etwa 2 mm Hg mehr als ohne Stent.

XEN – das kleinste Drainageröhrchen zur Glaukomtherapie

Dieses Video wird erst angezeigt, wenn Sie Drittanbieter-Cookies, z.B. für YouTube, erlauben. Mehr darüber in unseren Datenschutzhinweisen.

Das XEN Implantat

Das XEN-Gel-Implantat (Allergan) ist das kleinste Drainageröhrchen, das angewendet wird, wenn die natürlichen Abflusswege des Auges nicht mehr funktionieren. Das Kollagenröhrchen wird von innen durch selbstabdichtende Mikroschnitte vom Kammerwinkel unter die Bindehaut implantiert. Es bewirkt eine Senkung des Augendrucks, weil das überschüssige Kammerwasser aus der vorderen Augenkammer durch das Röhrchen unter die Bindehaut fließen kann. Seine Wirkung ist der einer klassischen Trabekulektomie (Filteroperation) vergleichbar, ohne dass jedoch die Bindehaut eröffnet werden muss. Daher sind die Beschwerden nach der Operation deutlich geringer und das Auge heilt schneller. Die Implantation ist an Augen mit natürlicher Linse ebenso möglich wie nach einer Kataraktoperation.

Der PRESERFLO MicroShunt – bei fortgeschrittenen Glaukomerkrankungen

Der PRESERFLO MicroShunt (Santen) ist ein winziges Implantat von nur 8,5 mm Länge und einem äußeren Durchmesser von 350 µm. Durch seinen erweiterten Innendurchmesser (Lumen) von 70 µm ist das Implantat besonders geeignet, um bei bereits fortgeschrittenen Glaukomerkrankungen den Innendruck erfolgreich zu senken.

Um den MicroShunt einzusetzen, wird die Bindehaut durch einen winzigen Zugang eröffnet und das Implantat von außen in den Schlemm‘schen Kanal eingeführt. Dort wird das überschüssige Kammerwasser unter die Bindehaut abgeleitet. Durch sein spezielles Kunststoffmaterial, ein Poly(Styrene-block-IsoButylene-block-Styrene), kurz SIBS, ist das Implantat besonders biokompatibel. Es beugt der postoperativen Vernarbung der Filtrationszone vor, sodass der MicroShunt langfristig optimal funktioniert und eine nachhaltige Senkung des Augeninnendrucks gewährleistet werden kann.

Der MINIject Microstent

Dieses Video wird erst angezeigt, wenn Sie Drittanbieter-Cookies, z.B. für YouTube, erlauben. Mehr darüber in unseren Datenschutzhinweisen.

Der MINIject von iSTAR Medical

Der neue MINIject (iSTAR Medical) ist ein schwammartiges Silikonimplantat, den wir als Stent implantieren, um den Augendruck zu senken. Mit diesem Implantat kann erstmals wieder der suprachoroidale Abflussweg adressiert werden. Eine Markierung auf dem Stent dient der optimalen und sicheren Platzierung im Auge. Der MINIject wird mit einem speziellen Instrument ab interno in das Auge eingebracht und mit einem kleinen Rädchen kontrolliert platziert. Das Material hat spezielle Eigenschaften, die Entzündungen und Vernarbungen entgegenwirken.

Als einer der ersten Anwender des MINIjects hat Dr. Klabe seine Erfahrungen beim 15. Symposium der Europäischen Glaukom Gesellschaft (EGS) präsentiert. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Blogposting.

Implantatfreies Verfahren mit dem Kahook Dual Blade

Neben den oben beschriebenen chirurgischen Verfahren zur Behandlung des grünen Stars mit Mikroimplantaten gibt es auch implantatfreie Ansätze, um den Augeninnendruck zu senken: Mit einem doppelschneidigen Mikromesser, dem Kahook Dual Blade, wird ein feiner Streifen des Trabekelmaschenwerkes entfernt, wodurch die Kollektorkanäle freigelegt werden. Auf diese Weise wird der Abflusswiderstand des Trabekelmaschenwerkes reduziert.

  • Rückruf

    Unter welcher Nummer und wann erreichen wir Sie?

    Rückruf vereinbaren >

  • Termin buchen

    Jetzt via Doctolib zur Vorsorge oder Behandlung eines Glaukoms einen Termin via Doctolib buchen.

    Weiter zu Doctolib >

  • Jetzt anrufen

    Termin zur Vorsorge oder Behandlung anfragen.

    0211 586757-0

  • Teaserfoto Lasertherapie bei grünem Star

    Die Lasertherapie (SLT)

    Moderne Lasertherapie des grünen Stars mit drucksenkender Wirkung. Sie ist heute als Erstbehandlung neben Augentropfen anerkannt.

    • schonend
    • nicht-invasiv
    • effektiv

    mehr erfahren ›

  • Teaserfoto 360° Canaloplasty

    Die 360° Canaloplasty

    Die mikroinvasive 360° Canaloplasty mit einem Mikrokatheter zur Behandlung des grünen Stars –auch mikroinvasiv als Viskokanaloplastik ab interno.

    • physiologische Drucksenkung
    • geringe Komplikationsrate
    • einfache Nachbehandlung

    mehr erfahren ›

  • Teaserfoto Trabekulektomie

    Die Trabekulektomie

    Die klassische und die minimalinvasive Trabekulektomie:

    • physiologische Drucksenkung
    • Implantatfreie Operation
    • minimalinvasive Option ab interno möglich

    mehr erfahren ›

Fachvideo für Kollegen und interessierte Patienten

Dieses Video wird erst angezeigt, wenn Sie Drittanbieter-Cookies, z.B. für YouTube, erlauben. Mehr darüber in unseren Datenschutzhinweisen.

Individualisierte Glaukomchirurgie – Dr. Karsten Klabe (Innovationssymposium 2019)

Beim Innovationssymposium Augenchirurgie 2019 hielt Dr. Karsten Klabe einen Fachvortrag über aktuelle Erkenntnisse und Erfahrungen im Hinblick auf den Verlauf von Glaukomerkrankungen bei herkömmlichen Therapieansätzen. Dabei erläuterte er die Chancen eines früheren chirurgischen Eingreifens in Abhängigkeit vom individuellen Befund und der Mitarbeit des Patienten.

Fachvorträge von Dr. Karsten Klabe zu diesem Thema

Diese Präsentationen werden erst angezeigt, wenn Sie Drittanbieter-Cookies erlauben. Mehr darüber in unseren Datenschutzhinweisen.

Weiterführende Fachliteratur

Verbesserte Visualisierung: Mikroinvasive Glaukomchirurgie mit neuem iStent-Modell – Erste Erfahrungen — PDF, 595.05 kB >

Dr. Karsten Klabe in: Ophthalmologische Nachrichten 01.20, S. 11-12.

Trabecular micro-bypass as a standalone procedure for patients with glaucoma: a systematic review and meta-analysis.

Healey PR et al. Poster-Präsentation anlässlich des World Glaucoma Congress, 27.–30.03.2019 in Melbourne,
Australien.

Second-generation trabecular microbypass stents as standalone treatment for glaucoma. A 36-month prospective study.

Hengerer FH, Auffarth GU, Riffel C. 36-month prospective study. Adv Ther 2019;36:1606–1617.

Long-term effectiveness and safety of trabecular microbypass stent implantation with cataract surgery in patients with glaucoma or ocular hypertension: Five-year outcomes.

Neuhann TH et al. in: J Cataract Refract Surg 2019;45: 312–320

Update on Minimally Invasive Glaucoma Surgery (MIGS) and New Implants

Brandão L M and Grieshaber M C, Hindawi Publishing Corporation Journal of Ophthalmology
Volume 2013, Article ID 705915, 12 pages, DOI

Erste klinische Erfahrungen mit dem Kahook Dual Blade. — PDF, 145.08 kB >

Ein neuer Ansatz in der minimalinvasiven Glaukomchirurgie, Karsten Klabe, in: Der Augenspiegel, Mai 2018, 18-19.

A Schlemm Canal Microstent for Intraocular Pressure Reduction in Primary Open-Angle Glaucoma and Cataract: The HORIZON Study

Samuelson TW, Chang DF, Marquis R, Flowers B, Lim KS, Ahmed IIK, Jampel HD, Aung T, Crandall AS, Singh K; HORIZON Investigators. Ophthalmology. 2019 Jan;126(1):29-37. doi: 10.1016/j.ophtha.2018.05.012. Epub 2018 Jun 23. PMID: 29945799