Die zirkuläre Keratotomie (CTK) mit dem Femtosekundenlaser – eine kaum belastende Behandlung des Keratokonus im Frühstadium

Im Frühstadium des Keratokonus ist die typische Hornhautvorwölbung und -ausdünnung noch nicht so ausgeprägt und kann durch eine gewebestabilisierende Behandlung eingefroren werden. Wir freuen uns, Ihnen eine nahezu schmerzfreie Therapie anbieten zu können: die zirkuläre Keratotomie mit dem Femtosekundenlaser.

Dabei wird mit dem Laser ein kreisrunder Einschnitt in einer tieferen Schicht der Hornhaut durchgeführt und dadurch eine stabile Narbe im Gewebe erzeugt. Die darüber liegenden Hornhautschichten bleiben unangetastet. Die Femtosekundenlaser-geführte zirkuläre Keratotomie wurde erstmals von Dr. Breyer mit Erfolg angewendet. Im September 2015 präsentieren wir im Rahmen der EUCORNEA in Barcelona die ersten Ergebnisse unserer von der Ethik-Kommission kontrollierten Studie. 2018 und 2019 stellten wir auf deutschen und europäischen Kongressen unsere Dreijahresergebnisse vor, die die Effektivität des Verfahrens bestätigten. Sollte der Keratokonus nach der zirkulären Keratotomie zum Stillstand gekommen sein, ist in vielen Fällen mit intraokularen Ringsegmenten oder mit implantierbaren Kontaktlinsen eine deutliche Verbesserung der Sehschärfe zu erreichen.

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Wie funktioniert die zirkuläre Keratotomie mit dem Femtosekundenlaser?

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Die zirkuläre Keratotomie sollte nur bei einem Keratokonus im Anfangsstadium (Stadium I und II) angewendet werden, wenn in einem Bereich von 7 mm eine Hornhautdicke von 450 Micron vorliegt. Bei dem Verfahren wird mittels eines Femtosekundenlasers ein kreisrunder Schnitt auf 90% der vorher gemessenen Hornhautdicke in einer Tiefe von 300 µ gelegt. Die darüber liegenden Hornhautschichten werden dabei nicht angetastet. Der Schnitt regt den Heilungsvorgang im Hornhautgewebe an, sodass eine Narbe entsteht, die wesentlich fester ist als das vorher sehr schwache Hornhautgewebe.

Im Gegensatz zum UV-Riboflavin-Crosslinking ist diese Therapie nahezu schmerzfrei und deshalb eine große Entlastung für die Patienten. Sie hinterlässt keine unerwünschten Narben im optischen Zentrum und bereits am nächsten Tag erreicht der Patient wieder seine volle Sehkraft. Schmerzhafte und trockene Augen mit schwankendem Visus gibt es im Gegensatz zum UV-Crosslinking nicht. Wir möchten noch einmal explizit darauf hinweisen, dass es sich hier um die weltweit ersten Ergebnisse im Rahmen einer von der Ethikkommission kontrollierten Studie handelt. Sollte der Keratokonus bei dieser Therapie entgegen aller Erwartungen fortschreiten, müsste zusätzlich ein UV-Crosslinking erfolgen.

„Unsere Dreijahresergebnisse zeigen, dass die Femtosekundenlaser-assistierte Keratotomie bei 9 von 10 Augen effektiv genug ist, um ein Fortschreiten des Keratokonus im Stadium I und II zu stoppen.“

Dr. Detlev Breyer

Studie zur zirkulären Keratotomie mit dem Femtosekundenlaser

Die Idee der Studie ist, dass der Schnitt im Innern der Hornhaut mit dem Femtosekundernlaser erfolgen kann und die oberen Membranen, die die Festigkeit der Hornhaut gewährleisten, im Gegensatz zum chirurgischen Verfahren mit dem geführten Trepansystem intakt bleiben. Der Schnitt wird zwischen der oberen Bowman-Membran und der unteren Descemet-Membran gelegt und mit einem Femtosekunden-Laser durchgeführt. Das Verfahren ist völlig schmerzfrei. Daher genügen Betäubungstropfen, eine Narkose ist nicht notwendig. Bereits am nächsten Tag ist der Patient wieder arbeitsfähig. Die bisherigen Ergebnisse sprechen jedoch dafür, dass der Effekt der gleiche ist.[1][2] Die Dreijahresergebnisse zeigen, dass die Femtosekundenlaser-assistierte Keratotomie bei 9 von 10 Augen effektiv genug ist, um ein Fortschreiten des Keratokonus im Stadium I und II zu stoppen. [3]

Zur Studie

Die Studie wurde von der Ethikkommission der Universität Münster unter der Nummer Az. 2017-441-f-S genehmigt. Patientendaten werden nicht weitergegeben. Die Hornhautvermessungen werden nur zu statistischen Zwecken - nicht personalisiert - aufgenommen. Es gibt zurzeit drei Zentren, die an dieser Studie arbeiten:

  • Die Breyer, Kaymak & Klabe Augenchirurgie
  • Augenklinik Dr. Krumeich
  • Augenklinik Prof. Dr. Neuhann, München

Intracorneale Ringsegmente verbessern die Sehqualität

Intracorneale Ringsegmente

Da die zirkuläre Keratotomie mit dem Femtosekundenlaser das Gewebe zwar stabilisiert, aber noch keine optische Verbesserung bewirkt, setzen wir ungefähr ein Jahr nach der Behandlung bei Bedarf zusätzlich intracorneale / intrastromale Ringsegmente [ICRS] ein, die die zentrale Hornhaut abflachen.

Aktueller Fachvortrag von Dr. Breyer

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Videoaufzeichnungen von Fachvorträgen von Dr. Breyer zum Thema

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  • Teaserfoto Hornhaut / Keratokonus

    Kommen Sie zur Vorsorge!

    Nur mit einer intakten Hornhaut erkennen wir unsere Umwelt scharf. Verzerrte Sicht und schwankende Sehschärfe bei jüngeren Menschen können ein Indiz für fehlende Spannkraft der Hornhaut sein, die zu Verformungen führt. Auslöser kann eine seltene Erkrankung sein, genannt Keratokonus. Dank modernster Technik sind wir in der Lage, den Keratokonus schon früh zu diagnostizieren und ein Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten.

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  • Teaserfoto Hornhaut / Keratokonus

    Was ist ein Keratokonus?

    Keratokonus ist eine fortschreitende kegelförmige Vorwölbung und Auswölbung der Hornhaut, deren Ursachen nicht ganz geklärt sind. Schwankungen und Abnahme der Sehschärfe, das Wahrnehmen von Lichtringen um Lichtquellen und Blendempfindlichkeit sind die Folge. Ein Keratokonus wird oft mit einer Hornhautverkrümmung verwechselt.

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Literaturangaben

[1]

Stadiengerechte Keratokonus-Therapie (KK) für Stadium I + II: Zirkuläre Keratotomie und Hornhaut-Nahtring

J. H. Krumeich, B. Krumeich , Publikation zur 98. Jahrestagung der DOG 2000

 ↩
[2]

Circular keratotomy to reduce astigmatism and improve vision in stage I and II keratoconus

Krumeich JH, Kezirian GM. Journal of Refractive Surgery. 2009 Apr;25(4):357-65

 ↩