Unsere Vortragsthemen 2014

Funktionelle Ergebnisse nach Implantation von Multifokallinsen (MIOL) der neuesten Generation: Alcon IQ Restor 2.5 vs. CZM AT LISA® tri 839 MP

Autoren: H. Kaymak(1), D. Breyer(1), K. Klabe(2), F. Dillner (3), C. Pohl(3)

Fragestellung: Das schnell wachsende Spektrum der multifokalen Intraokularlinsen (MIOL) ermöglicht eine bessere Anpassung in die individuellen Patientenbedürfnisse. Die aktuelle MIOL-Generation verspricht erhöhte Lichttransmission bei verschiedenen Pupillenweiten sowie Visusverbesserung im Intermediärbereich (70 cm). Der Aufbau der optischen Zonen deutet zudem auf eine Reduktion von Blenderscheinungen (Halos und Glare) hin. Es ist jedoch oft nicht eindeutig dargestellt, ob die neueste Generation die alte ersetzt oder ob es sich um eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Portfolio handelt.

Methodik: Retrospektiv wurden je 20 Augen postoperativ nach Implantation einer Multifokallinse ausgewertet. Untersucht wurden prä- sowie postoperative objektive und subjektive Refraktion, korrigierter sowie unkorrigierter Fern-, Intermediär- und Nahvisus. Zusätzlich wurden Defokuskurven mit der Vorgängergeneration verglichen. Zudem wurden Halos und Glares subjektiv eingeschätzt.

Ergebnisse: 1 bis 3 Monate nach dem Eingriff betrug der unkorrigierte binokulare Fernvisus -0.1 logMAR bei allen Linsentypen. Der Nahpunkt verschob sich bei der CZM MIOL um 10 cm auf 40 cm, die Alcon MIOL zeigte ein Nahvisus Plateau sowie einen zusätzlichen Peak bei 50 cm. Die neue MIOL Generation ergab bei der Untersuchung der Defokuskurve zwischen 0.5 und 4 m verbesserte Visusergebnisse (bis zu 10 Buchstaben im ETDRS Chart). Halos- und Glare-Ergebnisse fielen ähnlich innerhalb eines Herstellertyps aus und wurden nicht als störend empfunden.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse legen nahe, dass die neueste Multifokallinsen-Generation eher als Ergänzung denn als Ersatz bereits existierender MIOL zu sehen ist. Patientenwünschen kann deutlich besser entsprochen werden: Schwerpunkte auf eher Nah- oder Fern- kombiniert mit Intermediärdistanz ist durch die aktuelle MIOL-Generation sehr viel besser adressierbar. Zudem ermöglichen die reduzierten photopischen Phänomene ein weitgehend beschwerdefreies Autofahren unter mesopischen Lichtverhältnissen. Künftige Langzeitbeobachtung können zudem Aufschluss darüber bringen, ob eine verringerte Nachstarrate besteht.

Chronische Chorioretinopathie centralis serosa(CCS): qualitative Analyse der Makularegeneration nach einer Kombination aus photodynamischer Therapie (PDT) und vascular endothelial growth factor (VEGF-) Inhibitoren

Autoren: H. Kaymak(1), D. Breyer(1), K. Klabe(2), C. Pohl(3)

Hintergrund: CCS tritt eher selten auf und kommt meist bei jüngeren Männern zwischen 20 und 50 Jahren vor. Die Ursache dafür ist bisher nicht bekannt, erfolgreiche dauerhafte Therapien sind eher dürftig in der Literatur dokumentiert. Die bei einer CCS auftetenden Symptome wie seröse Leckage sowie Makulaödeme sind bisher entweder durch photodynamische Therapie oder durch Injektion von VEGF-Inhibitoren therapiert worden. Wir berichten hier von einer Kombination aus beiden Therapien.

Methoden: Unsere retrospektive Studie umfasst sieben Patienten, die mit einer Kombination aus half-dose PDT und Bevacizumab oder Ranibizumab behandelt wurden. Die Anwendung wurde entweder direkt hintereinander oder mit kurzem zeitlichem Abstand durchgeführt. Ausgewertet wurden OCT-Ergebnisse, Autofluoreszenzaufnahmen, Visus mit ETDRS Chart und Amslertest.

Ergebnisse: Bei nahezu allen Patienten trat eine Makularegeneration auf. Die zentrale Foveadicke verbesserte sich im Durchschnitt um 70% (±30%). Der bestkorrigierte Visus erholte sich parallel dazu: minimal um 2 ETDRS Zeilen zwei Tage nach Therapie und maximal um 4 ETDRS Zeilen ein Jahr nach Therapie. Metamorphopsien gingen bei fast allen Patienten zurück, lediglich ein Fall erwies sich als non responder. Bei diesem Fall lag die längste Zeitspanne zwischen Diagnose und Therapie vor (26 Monate).

Diskussion: Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die angewandte Kombination eine erfolgreiche Therapie darstellt. Künftige Studien müssen diesen Trend durch größere Fallzahlen bestätigen. Weitere Reduktion der Laserleistung als auch des Photosensitizers sollten zudem getestet werden, um schädliche Nebenwirkungen beider Parameter zu minimieren.

Vergleich von optischer Abbildungsqualität sowie von Effektivität und Sicherheit nach Femto-Lasik sowie intracornealer Lentikelextraktion (ReLEx smile)

Autoren: H. Kaymak(1), D. Breyer(1), K. Klabe(2), F. Dillner (3), C. Pohl(3)

Fragestellung: Vergleichende Analyse von Aberrometrie, kornealer Flexibilität und subjektiver Refraktion nach Femto-LASIK sowie SmILE.

Methodik: Diese retrospektive Studie umfasst 2 Patientenpopulationen à 70 Augen, die jeweils mit einer Femto-LASIK oder SmILE operiert wurden. Die postoperative Wellenfrontanalyse erfolgte mit dem Topcon KR-1W Aberrometer. Die korneale Flexibilität wurde durch Scheimpflugtechnik aufgezeichnet (Corvis ST, Oculus). Subjektive Refraktionen wurden vor und nach erfolgtem Eingriff durchgeführt. Zudem wurden Patienten nach Zufriedenheit, Schmerzempfinden und trockenen Augen befragt.

Ergebnisse: Beide Methoden zeigen bezüglich postoperativer Refraktion, unkorrigiertem und korrigiertem Fernvisus keine signifikanten Unterschiede. Hingegen variiert die Aberrometrie kurz nach erfolgtem Eingriff signifikant, was sich allerdings nach 3 Monaten nicht mehr zeigt. Ein wesentlicher Unterschied besteht in postoperativer Erholungszeit, Schmerzempfinden und trockenen Augen: diese Symptomatik fällt deutlich geringer bei der Lentikelextraktion aus.

Schlussfolgerung: Die intrakorneale Lentikelextraktion scheint die schmerzfreiere Methode darzustellen. Das postoperative Komplikationsspektrum fällt deutlich geringer aus. Da beide Methoden keine signifikanten Refraktionsunterschiede nach dem Eingriff aufweisen, führen wir die Lentikelextraktion als Standard, da sie deutlich weniger Risiken birgt.

Sonderlinsen für den Hinterabschnittschirurgen?

Autoren: H. Kaymak(1), D. Breyer(1), K. Klabe(2), C. Pohl(3)

Fragestellung: Verkippung und Dezentrierung von asphärischen Intraokularlinsen (AIOL), Rotation torischer IOL (TIOL) und die Performance einer multifokalen IOL (MIOL) sind in Kombination mit Vitrektomien bisher nicht untersucht worden. Hier präsentieren wir unsere ersten Ergebnisse nach Implantation von Sonder-IOL & Vitrektomie bei vorliegender epiretinaler Gliose oder Glaskörpertrübungen.

Material und Methoden: Retrospektiv wurden bei 40 Patienten nach Vitrektomie und Implantation von AIOL(1), TIOL(2) oder MIOL(3) nach 3 Monaten folgende Parameter ausgewertet: Metamorphopsien, subj. Refraktion & mono-&bin. Sehschärfe bei verschiedenen Distanzen. Bei AIOL-Patienten wurde zusätzlich mithilfe eines Purkinjemeters die IOL-Position gemessen. Bei MIOL-Patienten wurde zusätzlich die Zufriedenheit eruiert.

Ergebnisse: Alle 3 Gruppen zeigten rasche Visuserholung & dauerhafte Reduktion der Metamorphopsien. (1)Die IOL-Position lag innerhalb der geforderten Grenzen für asphärische IOL (tilt < 8°, Dezentrierung < 0.6 mm). (2) Der Astigmatismus wurde von -2.5D auf -0.5D postoperativ reduziert. (3) MIOL-Patientenerwartungen wurden erfüllt, da präoperativ ein recht geringer Visus sowie stete Brillenabhängigkeit bestand. Das SEQ lag bei -0.30D, die Sehschärfe betrug mindestens 0.63 Dezimalvisus.

Schlussfolgerung: Sonder-IOL sind durchaus mit Hinterabschnittschirurgie vereinbar.

Implantation einer intracornealen Mikrolinse – erste Ergebnisse

Autoren: H. Kaymak(1), D. Breyer(1), K. Klabe(2), C. Pohl(3)

Hintergrund: Presbyopie kann mit mehreren Corneaimplantaten behandelt werden. Wir repräsentieren erste Ergebnisse nach Implantation einer nicht-refraktiven, transparenten Microlinse.

Material und Methoden: Anhand eines Fallbeispiels präsentieren wir Auswertungen von Aberrometrie (iTrace), Pachymetrie und korneale Flexibilität mit Scheimpflugbildverfahren (Corvis, Oculus), subjektiver und objektiver Refraktion, Kontrastsehen (Optecbox) sowie Patientenzufriedenheit.

Ergebnisse: 3 Monate nach erfolgtem Eingriff beträgt der binokulare unkorrigierte Fernvisus -0.2 logMAR (1.6 dez.), der binokulare unkorrigierte Nahvisus verbessert sich von 0.7 (präoperativ) auf 0.1 (postoperative) logMAR. Anfänglich postoperativ aufgetretene Aberrationsveränderungen im behandelten Auge zeigen einen starken Rückgang. Corneale Flexibilität ist vor und nach Eingriff nahezu identisch, ebenso wie die Pachymetrie. Der Kontrastvisus bleibt unbeeinträchtigt, die Patientenzufriedenheit fällt hoch aus.

Zusammenfassung: Der Einbettung von cornealen Implantaten stellt eine interessante Methode dar, die zur Lesebrillenunabhängigkeit beiträgt. Dabei scheint weder das Kontrastsehen unter mesopischen Lichtbedingungen noch der optische Anblick beeinträchtigt zu werden. Der Fernvisus ist im Gegensatz zur Monovision exzellent. Die Patientenzufriedenheit ist hoch. Höhere Fallzahlen müssen in Zukunft beweisen, ob sich diese ersten Ergebnisse langfristig bestätigen lassen.

Femtosekundenlaser in der Kataraktchirurgie - zeitlicher Mehraufwand und Komplikationsrate

Autor: D. Breyer (1)

Hintergrund: Der Femtosekundenlaser (Fs) ist ein weiterer Schritt in der Evolution der Kataraktchirurgie. Der zeitliche Mehraufwand bzw. die Lernkurve und die Effizienz und Sicherheit sowie die Komplikationsrate sind wesentliche Parameter einer neuen Methode.

Material und Methoden: Retrospektiv wurden 150 Operationsvideos für die Studie ausgewertet. Parameter wie Phakozeit sowie verwendete Energie wurden als Bewertungskriterien statistisch interpretiert. Die Femtosekundenlaserschnitte wurden mit dem LensX-Laser von Alcon durchgeführt. Die anschliessende Linsenemulsifikation erfolgte im Ozil Modus (Constellation, Alcon).

Ergebnisse: Die durchschnittliche Femtosekundenlaserszeit betrug je nach Schnittmuster ca. 2 Minuten. Eine steile Lernkurve nach ca. 10 Fällen konnte konstatiert werden. Die nachfolgende Phakoemulsifikation benötigte kaum Energie und war zeitlich reduziert. Es kam zu keinen visusrelevanten Komplikationen.

Diskussion: Der zeitliche Mehraufwand betrug aufgrund des Patientenpositionswechsels ca. 5 bis 6 min. Die Komplikationsrate und das Komplikationsspektrum entsprechen denen einer konventionellen Phakoemulsifikation. Die verwendete Phakoenergie fällt deutlich geringer im Vergleich zu einer konventionellen Phakoemulsifikation aus.

Keratokonus Fallvorstellung: Kombination aus Crosslinking (X-linking) und Implantation eines intrastromalen Cornearingsegments (ISCRS) mittels Femtosekundenlaserpräparation – erste Ergebnisse

Autoren: H. Kaymak(1), D. Breyer(1), K. Klabe(2), F. Dillner (3), C. Pohl(3)

Hintergrund: Ein Jahr nach X-linking sind viele Hornhautbefunde stabil. Eine Möglichkeit der visuellen Rehabilitation ist die Implantation von ISCRS.

Material und Methoden: Anhand eines Fallbeispiels wird die Wirksamkeit der Kombination beider Methoden intraindividuell untersucht. Die Präparation der intracornealen Tunnel erfolgte mittels Femtosekundenlaser (Carl Zeiss, Visumax). Ausgewertet wurden Aberrometrie (Topcon KR1-W), Keratometrie (Oculus, Keratograph), subjektive sowie objektive Refraktion, Pachymetrie, Elastizitätsverhalten der Cornea vor und nach erfolgter Implantation.

Ergebnisse: Der Fernvisus betrug nach kombinierter Therapie 0.1 logMAR (0.8 Dez.). Die Keratometrie weist eindeutig einen Rückgang des Keratokonus auf. Das Elastizitätsverhalten ist erwartungsgemäß nach Ringimplantation etwas starrer. Das Applanationsverhalten unterscheidet sich stark im Vergleich zu einem unbehandelten Auge.

Zusammenfassung: Die Kombination aus X-linking mit nachfolgender Ringsegmentimplantation stellt eine effektive Therapie zur visuellen Rehabilitation von Keratokonus-Patienten dar. Die schnelle Visuserholung sowie die Reversibilität der Methode tragen zur Patientensicherheit bei. Jedoch muss diese Kombinationstherapie auf ihre Dauerhaftigkeit untersucht werden, indem der Beobachtungszeitraum verlängert wird.

Rotationsstabilität torischer Intraokularlinsen nach pars plana Vitrektomie

Autoren: H. Kaymak(1), D. Breyer(1), K. Klabe(2), C. Pohl(3)

Hintergrund: Pars plana Vitrektomien werden häufig zeitlich nah mit Katarakt-Operationen durchgeführt. Dabei kann es theoretisch zur Verkippung, Dezentrierung bzw. Rotation der implantierten Linse kommen. Diese Veränderung ist besonders heikel bei torischen Linsen, deren exakte Positionierung essentiell für den unkorrigierten Visus ist. Bisher ist wenig darüber bekannt, wie sich die Kombination aus PPV und Implantation torischer Linsen auf die Rotationsstabilität der Linsen verhält.

Methoden: Die vorliegende retrospektive Studie umfasst drei verschiedene Populationen: Simultaner Eingriff (PPV plus Implantation einer torischen Linse (A), sequentiell (zeitlich getrennt) durchgeführte Kombination aus beiden Operationen (B) und die alleinige Implantation einer torischen Linse ohne zeitlich nahe PPV (C). Operiert wurden die Patienten an einem Makula Pucker oder einem Makulaforamen, der zeitliche Abstand betrug in Population (B) 1 bis 4 Monate. Ausgewertet wurden subjektive Refraktion und Aberrometrie.

Ergebnisse: Der durchschnittliche postoperative Zylinder betrug bei Population (A) -0.38 ± 0.31 Dioptrien [D], bei (B) -0.67 ± 0.58 D und bei (C) -0.34 ± 0.39 D. Bei Betrachtung des Defokusäquivalents fällt eine leichte Tendenz zugunsten der simultanen OP auf (A): 0.46 ± 0.42 D im Vergleich zu 1.17 ± 1.09 D (B) und 0.71 ± 0.60 D (C) (Ziel-DEQ bei Population B: 0.25 D). Die Wellenfrontanalyse ergab bei den Aberrationen höherer Ordnung bei 5 mm Pupillenweite keine signifikanten Unterschiede.

Diskussion: Die Ergebnisse stimmen zuversichtlich, dass die Kombination aus Vitrektomie und Katarakt-OP mit Implantation einer torischen IOL generell ähnlich gute Ergebnisse erzielen können, wie eine der beiden Eingriffe allein. Die Visusverbesserung ist durch einen Eingriff schneller zu erzielen und erhöht damit den Sehkomfort für den Patienten. Dieser Trend muss jedoch künftig durch größere Fallzahlen bestätigt werden.

Optimierung der MIOL-Wahl: Kann die Defokuskurve als geeignetes Auswahlkriterium dienen?

Autoren: H. Kaymak(1), D. Breyer(1), K. Klabe(2), C. Pohl(3)

Hintergrund: Die neueste Generation von Multifokallinsen erweitert das aktuelle IOL-Spektrum erheblich. Jede dieser neuen MIOL divergiert in optischen Eigenschaften und Lichtverteilungen, die eine bedachte Auswahl seitens des Chirurgen erfordert. Ist die Defokuskurve ein geeignetes Auswahlkriterium?

Material & Methoden: Vor einer Katarakt-OP wurden die Patienten sorgfältig zu ihrem individuellen Sehalltag befragt, um die Visusgewohnheiten festzustellen. Bei der MIOL-Auswahl wurden die gewünschten Fokusdistanzen ebenso berücksichtigt wie Lichtverhältnisse, die im individuellen Patientenalltag benötigt wurden. Die vorliegenden Ergebnisse wurden nach Implantation von drei rotationssymmetrischen wie auch einer rotationsasymmetrischen MIOL zwei bis drei Monate postoperativ ausgewertet.

Ergebnisse: Bei Vergleich von Herstellerangaben mit postoperativen Defokuskurven fällt auf, dass ein nahezu identischer Defokusverlauf auftritt. Zudem zeigen die postoperativen subjektiven Refraktionen, dass die präoperativ geäußerten Patientenbedürfnisse durch die jeweils gewählte MIOL gut getroffen wurden. Der stabile postoperative Fernvisus zeigte bei allen Linsentypen einen durchschnittlichen, unkorrigierten Dezimalvisus von 1.0. Bei Intermediär- und Nahvisus traten jedoch deutliche Unterschiede auf.

Diskussion: Die Analyse der Patientenbedürfnisse sowie der postoperativen Defokuskurven zeigt, dass bei der Wahl einer geeigneten MIOL die Defokuskurve ein sehr verlässliches Kriterium darstellt. Wir verwenden daher die Defokuskurven der neuesten MIOL-Generation als „den“ Parameter für die individuelle MIOL Wahl.

Erste klinische Ergebnisse nach Implantation einer trifokalen torischen Multifokallinse (MIOL)

Autoren: H. Kaymak(1), D. Breyer(1), K. Klabe(2), C. Pohl(3)

Hintergrund: Presbyopie und Refraktionsdefizite werden mit Hilfe der Implantation MIOL behandelt. Nachteile der bisherigen Generation von diffraktiven bifokalen MIOL sind nur zwei effektiv nutzbare Entfernungen (Ferne und Nähe oder Intermediärvisus) und mögliche photopische Phänomene wie Halos und Glare. Wir präsentieren unsere ersten klinischen Erfahrungen mit einer neuen trifokalen torischen MIOL.

Material und Methoden: Es wurden 10 Augen nach der Implantation einer trifokalen IOL (AT.LISA 939®, CZM) zur Korrektur der Presbyopie nach Katarakt-Chirurgie untersucht. Subjektive Refraktion sowie sphärisches (SEQ) und Defokus-Äquivalent (DEQ) wurden ausgewertet. Der Verlauf der mono- & binokularen Defokuskurve wurde zur Evaluierung der Sehschärfe (korrigiert: BCVA, unkorrigiert: UCVA) in verschiedenen Distanzen herangezogen. Photopische Phänomene wurden mittels Software (Halo & Glare Simulation Software) subjektiv vom Patienten eingeschätzt.

Ergebnisse: Die Implantation der trifokalen torischen IOL resultierte in einem vergleichbaren Fern- bzw. Nahvisus und einem verbessertem Intermediärvisus gegenüber der konventionellen bifokalen IOL. Außerdem berichteten die Patienten von weniger photopischen Phänomenen sowie rascher Visuserholung. DEQ und SEQ Resultate sowie der Restzylinder weisen auf eine hohe IOL Stabilität hin, die durch die rasche Visuserholung bestätigt wird.

Diskussion: Photopische Ereignisse, die bei Patienten oft Verunsicherung hervorrufen, treten so gut wie gar nicht in Erscheinung. Durch die überdurchschnittliche Intermediärsicht empfiehlt sich die Linse speziell bei Computer- sowie Handarbeiten. Wir implantieren daher die Linse Patienten mit ausgeprägter Hornhautverkrümmung, die eine Brillenunabhängigkeit auf allen drei Distanzen wünschen. Die torische trifokale IOL hat bei uns ihren bifokalen Vorgänger vollständig ersetzt.

Vergleich von optischer Abbildungsqualität bei intraokular Linsen (IOL) nach entweder manueller oder Femtosekundenlaser (Fs)-basierter (FLACS) Kapsulorhexis (CCC)

Autoren: H. Kaymak(1), D. Breyer(1), K. Klabe(2), C. Pohl(3)

Hintergrund: Die Einführung von Femtosekundenlaserbasierter Kapsulorhexis repräsentiert einen Fortschritt bezüglich Präzision und Wiederholbarkeit in der Kataraktchirurgie. Wichtige Parameter, wie z.B. effektive Linsenpositionierung könnten durch die neue Technik eine Verbesserung zeigen. Kann man aber auch eine Verbesserung der klinischen Parameter Visusqualität sowie Linsenverkippung (tilt) sehen?

Material und Methoden: Retrospektiv wurden 60 Augen von 30 Patienten ausgeswertet. Postoperativ wurden bis zu 9 Monate subjektive Refraktion, tilt-Winkelbestimmung (Purkinjemeter), Wellenfrontanalyse (KR1-W Aberroemeter, TOPCON) sowie qualitative Bewertung der Capsulorhexis bestimmt. Als Vergleich diente eine Kontrollgruppe mit Patienten, deren IOL-Implantation mit manueller Rhexis des Kapselsacks durchgeführt wurde (gleicher Operateur wie Fs-basierte IOL-Implantation).

Ergebnisse: Die CCC in der FLACS-Population wies eine höhere durchschnittliche Zirkularität auf. Zudem erwies sich die Überlappungsfläche als regelmäßiger im Vergleich zur manuellen Rhexis. Aberrationen höherer Ordnung, IOL Zentrierung & -Neigungswinkel und Visusqualität fielen bei beiden Gruppen gleich aus. Die Visuserholung verlief bei der FLACS-Gruppe schneller.

Diskussion: Das CCC Design fiel in der FLACS-Gruppe besser aus. Wir werden in den folgenden Jahren weiterhin die o.e. Parameter qualitativ sowie quantitativ auswerten. Speziell bei torischen, asphärischen und multifokalen IOL wird einen Langzeitbeobachtung klärende Ergebnisse liefern, ob der Femtosekundenlaser von Vorteil ist.

Veränderungen der kornealen Deformationseigenschaften nach refraktiver kornealer Chirurgie

Autoren: H. Kaymak(1), D. Breyer(1), K. Klabe(2), C. Pohl(3)

Hintergrund: Die Auswirkungen kornealer refraktiver Massnahmen auf die Hornhautdicke und Hornhautoberfläche sind hinreichend dokumentiert. Veränderungen der kornealen Biomechanik jedoch noch nicht.

Material und Methoden: Wir dokumentierten die Veränderung der kornealen Biomechanik vor und nach refraktiver kornealer Chirurgie mit einer Ultra-High-Speed Kamera. Gemessen wurden folgende Parameter: Deformationsamplitude, Applanationslänge, Geschwindigkeit der Hornhautbewegung, IOD Messung, Messung der Hornhautdicke, Scheimpflugbilder der ersten und zweiten Applanation der Hornhaut. Ein Slow Motion Video der kornealen Deformation diente der Verdeutlichung. Wir präsentieren erste Ergebnisse nach Implantation von intracornealen Ringsegmenten (ICRS), Corneaimplantat Raindrop™, Crosslinking sowie intrakornealer Lentikelextraktion (Smile).

Ergebnisse: Erste Ergebnisse und theoretische Gedankenmodelle werden diskutiert. Folgende abgeleitete Messwerte scheinen interessant: Deformationsamplitude, Applanationslänge und –zeit sowie die Pachymetrie und intraokularer Druck.

Schlussfolgerung: Die corneale Flexibilität ist bisher unzureichend in der Literatur beschrieben. Die o.e. Ergebnisse legen Zusammenhänge zwischen einzelnen Parametern wie intraokularem Druck, Pachymetrie und Deformationsamplitude nahe. Die naheliegende Interpretation wäre eine viskoelastische Cornea, was bisher nicht eindeutig gemessen werden konnte. Künftige Studien werden durch größere Fallzahlen einen eindeutigen Trend liefern können.

DOC 2014

  • Phakoemulsifikation
  • Stellenwert und Ergebnisse der SMILE-Augenlaserbehandlung in einer "High-Volume-Praxis"
  • Torische Multifokallinsen
  • Erste klinische Ergebnisse nach Implantation einer trifokalen Multifokallinse (MIOL) (+/- Torus)
  • Kapazität von rotationsasymmetrischen MIOL – Vergleich von Visusergebnissen mit verschiedenen Additionen
  • Multifokallinsen
  • Torische Multifokalität durch IOL-Kombination
  • Premiumlinsenauswahl
  • Physikalisch-optische Betrachtung unterschiedlicher torischer Multifokallinsen
  • IOL-Position nach einer Kataraktoperation
  • Sonderlinsen für den Hinterabschnitts-Chirurgen?
  • Vergleich von Femto-LASIK und Small Incision Lenticule Extraction (SMILE)
  • Vitreomakuläres Traktionssyndrom (VMTS): Erste klinische Ergebnisse nach Ocriplasmin-Injektion
  • Erste klinische Ergebnisse nach Dexomethason-Implantation bei chronischem diabetischen Makulaödem – Fallvorstellung
  • Chronische Chorioretinopathia Centralis Serosa (CCS): qualitative Analyse der Makularegeneration nach einer Kombination aus photodynamischer Therapie und VEGF-Inhibitoren
  • 23/25-Gauge Vitrektomie
  • Gaucolight-assistierte Kanaloplastik: Parameter für eine erfolgreiche Chirurgie

Institute: (1: Breyer, Kaymak & Klabe Augenchirurgie, (2): Augenklinik im Marien Hospital Düsseldorf, Internationale Innovative Ophthalmochirurgie – I.I.O.)

DGII-Kongress 2014

Beide Vorträge, die wir im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation vom 6. - 8.3. 2104 gehalten haben, wurden in den Kongressband aufgenommen:

  • Vergleich von Femto-LASIK und Small Incision Lenticule Extraction (SMILE) mit verschiedenen Energiewerten (PDF, 111 KB)
  • Erste klinische Ergebnisse nach Implantation einer trifokalen Multifokallinse (PDF, 152 KB)