Die Femtosekundenlaser-assistierte Implantation torischer Multifokallinsen

Dresden 2018

Vortrag über die Implantation torischer MIOL mit dem Femtolaser basierend auf automatisierter kornealer Formanalyse verglichen mit der manuellen Methode – ausgezeichnet von den amerikanischen Katarakt- und Refraktivchirurgen (ASCRS).

Präsentiert Vorgetragen 2018 auf der DGII und ausgezeichnet von der ASCRS.

Vortragender / Co-Autoren: Philipp Hagen (1,4), Detlev Breyer (1,4), Hakan Kaymak (1,4), Karsten Klabe (1,4), Timon Ax (1,4), Florian Kretz (2,4), Gerd Auffarth (3,4)

Institute der Autoren:
(1) Breyer, Kaymak & Klabe Augenchirurgie, (2) Dr. Gerl & Kollegen Ahaus-Raesfeld-Rheine, (3) Universitaets-Augenklinik Heidelberg, (4) International Vision Correction Research Center Network (IVCRC.net).

Hintergrund:
Durch korneale Formanalyse in Verbindung mit automatischer Iriserkennung kann die präoperativ gemessene steile Achse bei einer Katarkt-OP mittels des Femtosekundenlasers in einer die Zyklorotation berücksichtigenden Art und Weise markiert werden. Diese neue Technik im Rahmen der Femtosekundenlaser-assistierte Katarakt-OP (FLACS) zielt darauf ab, bei der Implantation torischer IOL die Korrektur des kornealen Astigmatismus zu verbessern.
In dieser retrospektiven Datenanalyse verglichen wir die postoperativen Astigmatismusergebnisse dieses neuen Ansatzen mit denen der manuellen Technik in konsekutiven Fällen.

Methoden:
Bei allen betrachteten Augen wurde eine Katarakt-OP oder ein refraktiver Linsenaustausch mittels des LENSAR und Phakoemulsifikation durchgeführt. Implantiert wurde eine der folgenden torischen Linsen: Lentis LS-313 MF15, MF20, MF30 oder AR LISA tri 939. Nur Augen mit vorliegender postoperativer subjektiver Refraktion wurden in die Auswertung eingeschlossen. Die Augen wurden in zwei Untergruppen aufgeteilt:
Gruppe A: 69 Augen, welche mit der manuellen Technik versorgt wurden: Präoperative Markierung der horizontalen Achse mittels YAQ-Laser und Ausrichtung der torischen IOL mittels durchsichtiger Winkelscheibe.
Gruppe B: 88 Augen, welche bei einer FLACS so operiert wurden, dass die IOL-Implantationsachse mittels präoperativer kornealer Formanalyse in Kombination mit intraoperativer automatischer Iriserkennung ausgerichtet wurde. Die Methode basierte technisch gesehen auf der drahtlosen Streamline Datenverbindung zwischen dem Cassini (i-Optics) und dem LensAR mit IntelliAxis-System (Topcon).
Aus subjektiver Refraktion wurde die Astigmatismusreduktion bestimmt, wobei die Vektor-basierte Alpins-Methode zum Einsatz kam. Die Ergebnisse für die Parameter magnitude of error, angle of error, correction index sowie index of success wurden verglichen.

Ergebnisse:
Der correction index in Gruppe A und B war 1,08+-0,32 bzw. 1,03+-0,22 und der index of success war 0,31+-0,30 bzw. 0,26+-0,27.

Schlussfolgerungen:
Aus unserer Datenanalyse ergaben sich nur leichte Vorteile in Bezug auf die Astigmatismusreduktion in der FLACS-Gruppe mit automatischer Kompensation der Zyklorotation. Die Unterschiede in beiden Gruppen waren nicht signifikant. Datentransfer, Workflow und die Vermeidung von Ablesefehlern waren jedoch besser mit dem IntelliAxis-System.