FAQs: Multifokallinsen

Multifokallinsen, auch multifokale Intraokularlinsen (MIOL) oder Mehrstärkenlinsen genannt, sind implantierbare Kunstlinsen, die bei Alterssichtigkeit oder grauem Star als Ersatz für die natürliche Linse eingesetzt werden können. Hier beantworten wir Ihre Fragen zu Optiken, Qualität, Vorteilen, für wen sie geeignet sind und für wen nicht.

Häufig gestellte Fragen

Lens Flare, Halo und Glare: Was ist das eigentlich?

Fotografen spielen gern mit Lichteffekten, wie z.B. Lens Flare: Es entsteht, wenn die Lichtquelle von einer oder mehreren Linsen einer Kamera reflektiert wird und helle Flecken auf dem Bild hinterlässt. – Oder ein Schein um eine Lichtquelle herum, ein Halo. Besonders spektakulär ist ein Sonnenhalo, das durch die Lichtbrechung von Wassertröpfchen oder Eiskristallen in der Luft verursacht wird. Auch das existiert nur im Auge des Betrachters oder beim Blick durch die Linse einer Kamera in die Sonne.

Störend ist dagegen eine Lichtblendung, Glare genannt, die auf eine trübe oder nicht richtig fokussierte Linse zurückzuführen ist. Sie streut und reflektiert das Licht. Dadurch erscheinen Lichter nachts nicht mehr als Punkte, sondern als Lichtquellen mit einem Schein. Da die Linse des menschlichen Auges mit dem Alter unflexibel und trüb wird, kennen viele Menschen diese oder ähnliche Lichtphänomene. Mit dem Austausch der natürlichen Linse sind sie meist zu beheben. Allerdings will die Wahl der Kunstlinse wohl überlegt sein. Unser Rat: Wer eine solche OP plant und häufig nachts Autofahren muss, der sollte Kompromisse beim Lesen von Kleingedrucktem eingehen. Basierend auf unserem MI-LENS® Konzept für die individuelle Linsenauswahl helfen wir Ihnen, störende Blendeffekte möglichst zu vermeiden.

Gut zu wissen: Wir implantieren Linsen vieler verschiedener Hersteller und können unabhängig davon die beste Linse für Sie auswählen und implantieren.

Verursachen Multifokallinsen (MIOL) Nachtblendungen?

Diese Eigenschaft kommt eher vor bei Bi- und Trifokallinsen. Mit diesen Optiken ist es physikalisch und optisch unvermeidbar: Lesen wird bei Dämmerlicht schlechter und Tunneldurchfahrten anstrengender, da die Kontrastempfindung unter diesen Umständen abnimmt. Polifokale oder Optiken mit niedriger Nahaddition zeigen diese Dynamik jedoch kaum bis gar nicht. Wir zeigen unseren Patienten unsere wissenschaftlichen Ergebnisse anhand von Schautafeln vor der Operation, damit Sie genau wissen, was Sie erwartet. Wir möchten, dass Sie vor der Operation genau wissen, wie Ihr Sehen nach der Operation aussieht. Dafür haben wir unser MI-LENS-Konzept für die individuelle Linsenauswahl entwickelt. Um die Zufriedenheit mit Multifokallinsen zu erhöhen, hat Dr. Breyer zudem das Düsseldorfer Schema erfunden.

Wie lange dauert die Eingewöhnungsphase bei einer MIOL?

Die meisten Patienten brauchen ca. ein bis drei Monate, um sich an die Multifokallinsen zu gewöhnen. Diese Gewöhnung nennt sich Neuroadaption, weil das Gehirn erst lernen muss, den neuen Seheindruck zu verarbeiten. Bei neueren Linsentypen geht es zuweilen auch schneller. Doch es gibt auch Patienten, die erst nach einem Jahr gelernt haben, in allen Entfernungen scharf zu sehen. Neuere Magnetresonanztomographie-gestützte klinische Studien konnten diese oft erwähnte mehrmonatige Adaptionsphase an MIOL mittlerweile auf Ebene von Aktivitätsmustern im Gehirn eindeutig nachweisen.

Welche sind die häufigsten Nebenwirkungen einer Multifokallinse?

Als Nebenwirkungen können Lichtringe (Halos) und Blendungserscheinungen oder Blendeffekte (Glare) entstehen. Bei den meisten Patienten nähern sich diese nach der Eingewöhnungsphase, die unterschiedlich lang sein kann, dem Normalniveau. Diesen Vorgang nennt man neuronale Adaptation. Wer allerdings nachts häufig Autofahren muss oder sich schon im mittleren Lebensalter durch Blendeffekte gestört fühlte, dem empfehlen wir den sogenannten Überblendvisus, bei dem verschiedene segmentale Multifokallinsen miteinander kombiniert werden.

Was sollte man bei der Entscheidung für eine Multifokallinse beachten?

Bei der Auswahl von Multifokallinsen sollte man sich dessen bewusst sein, dass in einigen Situationen weiterhin eine Brille nötig sein kann: z.B. beim nächtlichen Autofahren oder beim ausdauernden Lesen in schlechten Lichtverhältnissen. Für die Mehrzahl der Situationen des täglichen Lebens ist jedoch keine Brille mehr nötig. "Sehperfektionisten" sind mit anderen Premiumlinsen besser versorgt.

Wie hoch ist die Patientenzufriedenheit nach MIOL-Implantation?

Wenn Patienten zuvor sehr genau über die Funktionsweise von Multifokallinsen aufgeklärt wurden und ihre Linsen individuell für sie ausgewählt wurden, dann ist die Zufriedenheit besonders hoch. Deswegen legen wir größten Wert auf beide Faktoren.

Wie viele Patienten sind brillenfrei nach einer MIOL-Implantation?

Mit der neuen Generation von Multifokallinsen brauchen über 90% unserer Patienten keine Brille mehr zum Lesen und für das Sehen in der Ferne. Das heißt, sie sind brillenunabhängig. Vollkommene Brillenfreiheit zu versprechen, ist in der Medizin leider nicht möglich.

Wie funktionieren Multifokallinsen (MIOL)?

Multifokallinsen gibt es heute mit verschiedenen optischen Prinzipien. Alle ermöglichen es, dass Gegenstände in der Nähe, in mittleren Entfernungen und in der Ferne auf der Netzhaut scharf abgebildet werden. Doch es gibt auch viele Unterschiede zwischen den Multifokallinsen. Diese haben wir wissenschaftlich ausgewertet und sie in unser Konzept MI-LENS einfließen lassen, mit dem wir für jeden Patienten eine Linse nach individuellen Kriterien auswählen.

Seit wann gibt es Multifokallinsen (MIOL)?

Die ersten Multifokallinsen wurden bereits in den 80er-Jahren implantiert. Inzwischen gibt es jedoch bereits neue Linsengenerationen, die aus einem weicheren und verträglicheren Material bestehen und auch erheblich verbesserte Optiken besitzen.