Violette Intraokularlinsen machen Sinn

Violett ist natürlich unsere Lieblingsfarbe, weil es die Farbe unseres Premium Eyes Logos ist. Doch wussten Sie, dass violettes und blaues Licht zwar schädlich für die Netzhaut sein können, die Sehqualität nach einer Linsenoperation aber besser ist, wenn die Linse nur das violette Licht herausfiltert? Das zeigt eine kürzlich veröffentliche Untersuchung. Das blaue Licht spielt außerdem eine wichtige Rolle für unsere innere Uhr.

Junge Frau in Violett gekleidet mit violetter Sonnenbrille sitzt vor violetter Wand neben einem Mops mit violettem Halstuch.

Bei direkter Sonneneinstrahlung empfiehlt sich auch bei Menschen mit einer UV-Lichtfilterlinse eine Sonnenbrille, um die Makula zu schützen. Foto: © istock

Welche Linse bietet eine bessere Sehqualität?

Bei einer Kataraktoperation werden meist Intraokularlinsen mit UV-Filter eingesetzt, die die Netzhaut vor schädlichem UV-Licht schützen können. In einer prospektiven Untersuchung wurden 55 Patienten zur Behandlung des grauen Stars mit zwei verschiedenen Intraokularlinsen versorgt: ein Auge erhielt eine Blaulichtfilterlinse, das andere eine Violettlichtfilterlinse. Untersucht werden sollte, welche Linse eine bessere Sehqualität bietet.

  • Linsen mit Violettlichfilter schützen die Netzhaut vor UV-Licht der Wellenlängen 200-400 nm und vor violettem Licht der Wellenlängen 400-440 nm.
  • Blaulichtfilterlinsen schwächen die Strahlung von blauem Licht der Wellenlänge 440-500 nm und kürzer.

Unabhängig davon können sie natürlich weitere optische Eigenschaften haben, wie z.B. mehrere Fokuspunkte.

Wie wirkten sich die verschiedenen Linsen auf die Sehqualität aus?

Im Rahmen der Untersuchung wurden eine Woche und drei Monate nach der Operation das Kontrastsehen, die Sehqualität in der Dämmerung und das Auftreten von sogenanntem "blauen Sehen" (Cyanopsia) verglichen. Blaues Sehen ist dabei wörtlich zu nehmen und bezeichnet einen Seheindruck, bei dem alles leicht bläulich erscheint. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass Linsen mit Violettlichtfilter insgesamt besser abschnitten als Blaulichtfilterlinsen:

  • Kontraste wurden besser wahrgenommen,
  • das Sehen in der Dämmerung war besser und
  • der Effekt des "blauen Sehens" kam deutlich seltener vor.

Welche Rolle spielt blaues und ultraviolettes Licht für das Sehen und darüber hinaus?

Die natürliche Linse des Auges filtert einen Teil der schädlichen UV-Strahlung heraus. Mit dem Alter nimmt dieser Anteil stetig zu, da die Struktur der Linse immer dichter wird. Wird die Linse entfernt aufgrund einer Trübung durch den grauen Star, so sollte die Kunstlinse die Rolle des Filters übernehmen.

Beim Austausch der natürlichen Linse gegen eine Kunstlinse gilt es jedoch, die richtige Balance zwischen zu viel und zu wenig Schutz der Netzhaut vor UV-Licht zu finden, denn je mehr blaues Licht durch die Intraokularlinse herausgefiltert wird, desto schlechter sehen wir auch in der Dämmerung. Blaues Licht ist zudem wichtig für unseren zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmus. Denn in der Netzhaut gibt es sogenannte Melanopsin-Rezeptoren, die für blaues Licht der Wellenlänge von rund 480 nm am empfindlichsten sind. Melanopsin spielt eine wichtige Rolle bei der lichtabhängigen Unterdrückung der Melatonin-Ausschüttung in der Zirbeldrüse (Epiphyse) und wirkt sich somit auf die innere Uhr aus. Das ist übrigens auch der Grund dafür, warum das Arbeiten oder Lesen am blaulichtlastigen Bildschirm vor dem Schlafengehen nicht zu empfehlen ist – es sei denn, der Monitor ist in den Nachtmodus geschaltet.

Für welche UV-Lichtfilterlinse Sie sich auch entscheiden, bei direkter Sonneneinstrahlung empfiehlt sich trotzdem das Tragen einer Sonnenbrille, um die Netzhaut zu schützen.

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Weiterführende Fachliteratur

Blue light–filtering and violet light–filtering hydrophobic acrylic foldable intraocular lenses.

Intraindividual comparison. Shinichiro Nakano, Akira Miyata, Junya Kizawa, Daijiro Kurosaka, Kazunori Miyata, Tetsuro Oshika; in: Journal of Cataract and Refractive Surgery, October 2019, Volume 45, Issue 10, Pages 1393–1397.
DOI: https://doi.org/10.1016/j.jcrs.2019.05.027